2022

ENE MENE TINTENFASS

„Manchmal darf ich alleine von der Schule nach Hause kommen und da muss ich durch die Innenstadt laufen. Manchmal bin ich mit der Schule sogar früher fertig, darum nehme ich den längeren Weg und gucke mir die Poster in den Schaufenstern an. Alle so dünn und lang. Im realen Leben bin ich noch keinem solchen Menschen begegnet. Deswegen denke ich: vielleicht gibt es sie gar nicht? Aber dann, stehe ich eben davor und erwische mich bei dem Gedanken, dass ich das auch will. Also so sein. So schlank und lang und vor allem auf den Postern möchte ich dann sein. Auf dem restlichen Weg nach Hause denke ich darüber nach: wieso eigentlich?“ 

A journey through the mind of a little girl who, for the first time, begins to question the socially generated reality of patriarchy.

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DIE TAGE, DIE ICH MIT GOTT VERBRACHTE

Im immer gleichen Rhythmus wechselt ein Mann zwischen Arbeits- und Familienleben. Bei einer Pause im Park fängt es an: Er wird beinahe von einem Globus erschlagen. Seltsam. Doch noch seltsamer wirkt sein Retter auf ihn. Als ihn Regenwolken bis ins Badezimmer verfolgen, erkennt der Mann, dass es sich bei diesem Fremden um niemand Geringeren als Gott handelt. Der Mann fängt an, Gott zu fragen, warum es das Böse gibt und weshalb die Schöpfung nicht besser gelungen ist. Doch Axel Hackes Gott ist nicht allwissend und schon gar nicht unfehlbar. Was er erschaffen hat, kann er nicht mehr zurücknehmen. Gott ist eher ein Künstler, der die Einsamkeit des Universums satt hat und nachschauen möchte, was aus seiner Schöpfung geworden ist. Er nimmt den Mann mit auf eine Entdeckungsreise zu den so oft übersehenen Schönheiten der Welt. Doch Gott muss erkennen, dass auf dieser Welt mehr im Argen liegt, als er dachte. Der philosophische und humorvolle Text erzählt über das Leben und Scheitern. 

Für diese Produktion wird eine neue Perspektive geöffnet: Der Blick von der Hinterbühne in die Weiten des Zuschauerraums. Um das zu ermöglichen, wurden die Aufführungen auf die ganze Spielzeit verteilt. Gott, gespielt von Jürgen Kaczmarek, kommt 12 Mal ins Schlosstheater.

„Was Meinolf Steiner als „Mann“ und Jürgen Kaczmarek als „Gott“ da über 80 Minuten auf die Bühne, oder eher in den Zuschauerraum brachten, ist ein großes Stück Theater.“ Jürgen Poestges, CZ

Premiere am 09.10.2022

Regie, Video, Musik: Tamó Gvenetadze. Bühne und Kostüm: Anna Wörl. Dramaturgie: Matthias Schubert. Text: Axel Hacke.
Mit: Meinolf Steiner, Jürgen Kaczmarek.

Weitere Vorstellungen: 12.05.2023 (Letzte Vorstellung)