SCHRIFT

Escape Klimawandel (AT)

Work in progress…

Wahrheit oder Pflicht (AT)

Work in progress…

PostMortem.exe (AT)

Work in progress…

Tante Lindes leuchtendes Geheimnis

Eine Begegnung.

Wasser verschwindet – unglaubliche Geschichte vom blauen Kaktus, der die Welt rettete.

Eine Zusammenarbeit mit Feliks Macher (8 Jahre alt).

NPC – Level UP

Mirjam Radović

„Was soll diese Courage überhaupt sein? Ist sie irgendwo versteckt? Ist sie groß? Ist sie klein? Ich muss nach Hinweisen suchen. Das Level scheint diesmal ein Detektivspiel zu beinhalten, ja?“, fragt Peech. 


Peech ist die Hauptfigur der neuen Stückentwicklung des Westfälischen Landestheaters (WLT). Darin brechen Regisseurin Tamó Gvenetadze und Schauspielerin Mirjam Radovic in den Proben auf, um zu erforschen, wie eingefahrene Denkweisen unseren Alltag bestimmen. Wie ordnet unser Gehirn die Welt? Welche Muster und Vorurteile bildet es, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen? 

Das Konzept des Stückes basiert auf der Praxis eines Computerspiels. Im „Courage. NPC – Level Up“ geht es um Spielerin Peech. NPC meint Non-Playing-Charakter, den es in ganz vielen Spielen gibt. Es ist unter anderem auch ein Jugendwort, das Jugendliche teilweise verwenden, um sich gegenseitig abzuwerten. NPC bedeutet beim Gaming, dass man ein nicht eigenständiger Charakter, eben eine Randfigur ist. Das Stück versucht Jugendlichen eine neue sichtweise auf NPC sein zu bieten. 

Im Dialog mit der Künstlichen Intelligenz Neya lernt Peech nach und nach die Spielregeln und sich selbst besser kennen. Neya leitet sie an und ermuntert sie. Am Anfang ist Peech etwas unbeholfen. Im Laufe des Spiels emanzipiert sie sich. Das Level, in dem sie spielt, ist das Klassenzimmer, das sie noch nicht kennt. Peech findet heraus, was Mut heißt und was Courage ist. Und am Ende knallt sie quasi wie Martin Luther Thesen an die Tür, die beschreiben: So wollen wir miteinander leben.

Das Stück verhandelt die Themen Rassismus und Diskriminierung auf mehreren miteinander verwobenen Ebenen. Die Premiere feiert „Courage. NPC – Level Up“ am 13. März im Marie-Curie-Gymnasium in Recklinghausen. Weitere Schulvorstellungen folgen im WLT-Studio in Castrop-Rauxel.

Text und Regie: Tamó Gvenetadze. Ausstattung: Rabea Stadthaus.

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EUdaimonía*
*Ein utopisches Versprechen von Glückseligkeit

Patrick Bartsch, Sophie Hess
Foto von André Leischner

EUdaimonía verspricht keinen dämonischen Abend, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Tatsächlich bedeutet „Eudaimonía“ im Griechischen einfach Glückseligkeit, beschreibt also in der Philosophie den Zustand eines erfüllten Lebens. Ein solch paradiesisches Leben erhoffen sich auch viele Menschen, die nach Europa strömen. Verkörpert Europa denn wirklich eine solch sichere und glückliche Zukunft? Das fragt sich auch Dea, eine georgische Ärztin, die schon lange in Sachsen arbeitet, sich jedoch immer noch nicht willkommen fühlt. Als Dea in der Ausländerbehörde den jungen Georgier Erekle kennenlernt, prallen seine Hoffnungen und ihre Erfahrungen aufeinander. Er ist enthusiastisch: Gerade erst ist Georgien ein potentieller EU-Beitrittskandidat geworden, schon hat Erekle den Sprung nach Deutschland geschafft, um ein vielversprechendes Jobangebot im ersten MacDonalds der Neuen Bundesländer anzunehmen. Er schwärmt von dem neuen Leben in Sachsen, sie hadert bereits damit.
 
Die georgische Autorin und Regisseurin Tamó Gvenetadze wirft in ihrem Auftragswerk für das Theater Plauen-Zwickau einen Blick auf die europäische Medea-Rezeption. Warum ist Medea in der westeuropäischen Kulturgeschichte vor allem als Kindermörderin bekannt, während sie in ihrer Heimat Georgien als Heilerin und Königin von Kolchis verehrt wird?
 
Die Theater Chemnitz, Freiberg-Döbeln, Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz und Plauen-Zwickau haben im Rahmen des 7-villages-Projektes der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 jeweils einen Stückauftrag unter dem Motto „Inside Outside Europe“ vergeben. Am 12. April 2025 werden alle Uraufführungen hintereinander in Chemnitz zu erleben sein.

Regie: Tamó Gvenetadze. Bühne: Nikolai Kuchin, Tina Hübner. Kostüme: Rabea Stadthaus. Dramaturgie Luise Curtius.
Mit: Sophie Hess, Philipp Andriotis, Patrick Bartsch.

Premiere: 15.11.2024

Unterstützt durch die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH. Gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Freistaates Sachsen und der Stadt Chemnitz.

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CALL IT HOME
Wie kann man Heimat teilen?

Maleeka lebt seit einigen Jahren im Erzgebirge. Sie versucht alles, um sich in dieser Gegend zu integrieren, damit ihre Töchter ein gutes Leben haben können. Sie hat sich sehr genau über die Sitten und Bräuche der Gegend informiert. Sie hat die Sprache gelernt und spricht makellos perfektes Deutsch. Sie feiert jedes Jahr den Tag, an dem sie in Annaberg-Buchholz in eine eigene Wohnung gezogen ist. Zu diesem Fest werden Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen und neue Bekannte eingeladen. Heute ist es wieder so weit. Die Gäste kommen zusammen, es wird gegessen, gelacht, diskutiert, gestritten …

Die Autorin hat in diesem Stück die Stimmen aus dem Erzgebirge zu einer Geschichte verwoben. Sie führte viele Interviews und hat Menschen in verschiedenem Alter und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten zugehört. Aus diesen Gesprächen ist ein Theaterstück entstanden, welches Fragen wie: Was bedeutet Heimat? Wie ist es, fremd zu sein? Welchen Einfluss hat die Geschichte der Region auf uns jetzt im Erzgebirge? Gibt es eine Lösung, wie wir in Zukunft hier gemeinsam leben wollen? thematisiert.

Die Theater Chemnitz, die Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH, das Theater Plauen- Zwickau und das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz haben im Rahmen der Ernennung von Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025 jeweils einen Stückauftrag unter dem Motto „Inside Outside Europe“ vergeben. Am 12. April 2025 werden alle Uraufführungen an einem Abend in Chemnitz zu erleben sein.

Text: Tamó Gvenetadze. Regie: Jasmin Sarah Zamani. Bühne: Nikolai Kuchin, Tina Hübner. Kostüm: N.N. Dramaturgie: Asia Schreiter.
Mit: Anna Bittner, Gisa Kümmerling.

Premiere: 17.04.2025

Unterstützt durch die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH. Gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Freistaates Sachsen und der Stadt Chemnitz.

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Wo steht dein Maulbeerbaum?
vom Auswandern und noch nicht ankommen.

„Wenn man von seinem eigenen Land einmal weggegangen ist, dann kommt man in keinem neuen Land mehr an. Dann werden nur manche besonderen Menschen dein Land“, so hat die Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar einmal die Gefühlslage der Ausgewanderten in Europa beschrieben. Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie anderswo auf ein besseres Leben hoffen. Doch dort angekommen, sind sie längst nicht angekommen: auf der Suche nach Anerkennung, Chancen, einem Stück neuer Identität. Sie sind Menschen, die ihre Wurzeln gekappt haben, ohne dass ihnen starke neue wachsen. Das Theaterstück Wo steht dein Maulbeerbaum? der jungen Theatermacherin Tamó Gvenetadze erzählt von den vielleicht utopischen Vorstellungen der Emigrant*innen, die diese Menschen nach Europa treiben – und wie sie hier zerstört werden. Ob es sich dabei um die Hoffnungen der georgischen Rockband Soft Eject handelt, die in den 1990er-Jahren in Berlin und Bochum eine neue musikalische Heimat suchte, oder um die Erlebnisse junger Menschen, die heute hierherkommen, als Kriegsgeflüchtete oder Au-pairs. „In Europa ist es warm.“ „In Europa wird es mir gutgehen.“ „In Europa kann ich alles werden.“ „In Europa werden die Träume wahr.“ Es ist möglich, in Europa eigene Träume wahr werden zu sehen. Doch die Frage ist: Wie hoch ist der Preis? Der Preis ist sehr hoch. Ein Theaterabend über die Erfahrungen der in Europa Immigrierten – ehrlich, persönlich, voller Zorn und Sehnsucht.

Text und Regie: Tamó Gvenetadze. Bühne: Anna Wörl. Kostüm: Lasha Iashvili. Dramaturgie: Vasco Boenisch. Musik: Beka Buchukuri.
Mit: Marius Huth, Risto Kübar, Mercy Dorcas Otieno.

Premiere 07.01.2023

Unterstützt durch Brost Stiftung